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RepairCafeSt.Gertraudi1

Rekordverdächtige Repair-Cafés

Nach dem Blitzstart mit 16 Repair Cafés im Jahr 2014, ist 2015 eine kleine Bewegung daraus geworden: Die TirolerInnen haben 2015 88 Mal Dinge vor dem Wegwerfen gerettet: Von Sillian bis Landeck wurde geschraubt, genäht und uvm. Gute Nachrichten: Die Reparaturcafés starten am 23. Jänner in Uderns & Wörgl ins neue Jahr.

Ca. 100 Termine in weniger als zwei Jahren – wie startet man eine solch erfolgreiche Initiative?
Die Geschichte der Tiroler Repair Cafés ist eng mit Michaela Brötz verknüpft. Seit ihrer Studienzeit engagiert sie sich für mehr Lebensqualität durch ein einfacheres Leben und weniger Konsum. Michaela nutzte ihr Netzwerk 2014 und etablierte in Tirol eine ganze Serie von Repair Cafés. Miteinander Dinge retten und dabei plaudern und evtl. einen Kaffee trinken ist auch hierzulande ein Erfolgsrezept!

Bunt gemischte Gastgeber 
Michaela freut sich, dass „wir so unterschiedliche Gastgeber wie das IT-Syndikat, diverse Jugendzentren, Transition Town Tirol, das Rote Kreuz oder die HAK Innsbruck begrüßen durften“. Und sie weiß um das Erfolgsrezept sozialer Innovationen: Man muss es einfach tun. Vernetzung und gute Vororganisation sind alles!

Gemeinsame Sache machen beim Müll vermeiden
Repair Cafes vermeiden Müll, sie wirken aber vielschichtiger: Sie schaffen Biotope, um Menschen zusammenzuführen. Die vielfalt an GastgeberInnen und den speziellen Kreis an ExpertInnen, die sie jeweils einbringen, macht jedes Repaircafé einzigartig. Repair Cafés bringen Menschen zusammen, sie wecken ihre Fähigkeiten und stärken ihren Mut. In kurzen Worten: Sie wirken integrativ.

So geschehen auch in Jenbach, als Michaela auf einem Stand meine nicht mehr gebrauchten Dinge verkaufte. Ein junger Mann erwarb einen DVD-Player, um ihn zu reparieren und anschließend zu verkaufen. Der junge Mann kam aus St. Gertraudi – bekannt als das Dorf mit dem schönsten Rauhreif (aufgrund von Schattenlage). Da der junge Mann dafür eindeutig zu dunkelhäutig aussah, fragte Michaela nach und erfuhr, dass er aus Afghanistan hierher gekommen sei.

Ein Funke, der übersprang
Von da an suchte Michaela auch verstärkt in Flüchtlingsheimen nach ExpertInnen – und wurde fündig. „Mittlerweile laden wir Flüchtlinge regelmäßig zu unseren RepairCafés ein und einige nutzen diese Gelegenheit ihr Können zu teilen gerne.
Michaela – selbst gebürtige Geirerin (Einwohner von St. Gertraudi) – wollte es wissen und wandte sich an den Verein der Freunde des Flüchtlingsheims. Mit der umtriebigen Christine Eder-Haslehner war das Café ruck-zuck organisiert und ein Termin mit 20.06. schnell gefunden.

Flüchtlinge wirkten in verschiedenen Rollen mit
Eine Dame unterstützte Michaela bei der Anmeldung, zwei Damen griffen Julian bei Kuchen und Kaffee unter die Arme- und das Expertenteam war bunt gemischt mit ácht heimischen Experten und anfänglich vier Experten aus dem Haus. Dennoch fragten sich die Organisatoren – wird die Bevölkerung das Flüchtlingsheim für das RepairCafé annehmen und funktioniert die Zusammenarbeit?

Das Repair Cafe wurde gestürmt
Am Ende waren es weit über 60 Reparaturen und sicher 150 Besucher. Ein buntes Miteinander ohne Fragen und Vorurteile; ein gemeinsames Werkeln und die Erkenntis, dass bei einem Helfer nicht gefragt wird, woher er denn sei. Aus Michaelas Sicht, hat das gemeinsame Tun die verbindende Wirkung entfaltet. Ihre Schlussfolgerung: „Wer Integration sagt, muss also auch Arbeit sagen.“
In Sankt Gertrudi wurde spürbar, wie wohltuend man das Gegenseitige miteinander wirkt. Bei ohne Umschweife miteinander werkeln haben alle – ob „Daige“ oder Zugezogene sichtlich wohlgefühlt. Michaela dazu: „Manchmal ist es einfach besser, etwas zu tun, als nur dauernd darüber zu reden.“ Und am Ende wurden alle mit einem herrlichen syrischen Buffet belohnt.

Bei den ca. 100 Terminen in Tirol wurden hunderte Dinge vor dem Wegwerfen gerettet – das nennt Luft und Liebe einen großen gemeinsamen Erfolg! 

Am 8. März 2014 startete die Idee der Repair Cafés in Tirol durch: Damit Räder mit Achter, Hosen mit geplatzten Nähten und rauchende Toaster nicht mehr zwangsläufig am Müll landen. Im Reparatur Café helfen alle zusammen, um mitgebrachte kaputte Haushaltsgeräte, Spiel- und Sportartikel, Computer und Kleidung wieder flott zu machen. Werkzeug steht bereit und gemeinsam geht man ans Werk: Bei einer Tasse Kaffee nähen, schrauben, kleben oder löten Besucher und Profis. Jeder kann kaputte Sachen mitbringen und sie mit Unterstützung anderer Besucher reparieren.

Hier geht es zur vollständigen Terminliste!

 

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