Laden
Bild_Pizza

Problemfall Tiefkühlpizza

Die Pizza, die zuhause auf dem Teller dampft, hat oft schon an die 20.000 Transportkilometer auf dem Buckel – nur für ihre Zutaten. „Wollen wir so leben und wohin führt das?“ sind Fragen, die Berthold Schwan bewegen, wenn er über globalisierten Handel und industrialisierte Landwirtschaft auf dem Teller nachdenkt.

Berthold Schwan hat Wirtschaft studiert und mehr als zehn Jahre im Marketing- und im Nachhaltigkeitsbereich eines Tiroler Supermarktes gearbeitet. 2015 hat jetzt die Seiten gewechselt und organisiert das Tiroler Gemeinschaftsgartenprojekt und lässt dort – gemeinsam mit 100 Grünzeug-Begeisterten PächterInnen – das Gemüse wachsen.

Tiefkühlpizza & Co: Hauptsache, unser Essen ist billig!
Wer kurz über das Billig-Argument nachdenkt, dem wird schnell klar, dass Tiefkühlpizza nur ein Problemfall von vielen ist. Denn die Wurzel des Übels liegt in der industriellen (Billig-)Produktion und im globalisierten Handel. Bertl liefert Fakten…

„Der Konsum von Tiefkühlpizza hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Das dürfte vor allem auch daran liegen, dass der Preis der belegten Teigfladen unschlagbar ist. Supermärkte verkaufen eine Pizza Margherita schon ab einem Euro. Wie kann die italienische Spezialität so günstig sein? Sparen die Hersteller an der Qualität? Woher kommen die Zutaten? Schon mal überlegt, wie so eine Fertigpizza entsteht und was damit alles verbunden ist?

Die Firma Freiberger, einer der größten Tiefkühlpizzahersteller weltweit, produziert im Werk im deutschen Muggensturm täglich über eine Million Stück Pizza . Für eine solche Massenproduktion werden Unmengen an Mehl, Käse, Salami, Gewürzen und anderen Zutaten benötigt. Alleine der Mehlverbrauch liegt bei über achtzig Millionen Kilogramm pro Jahr. Auch die internationalen Transportkosten sind nicht sehr hoch. Der immer billigere Transport hat die Bezugsquellen für unsere Nahrung deutlich verschoben. Was weit weg hergestellt wird, ist oft weit billiger als regional Produziertes. Weil sich bei der Herstellung des ewig gleichen Produkts in Millionenauflage wenige Cent zu großen Summen auftürmen, geben oftmals kleine Preisdifferenzen den Ausschlag für eine Beschaffungsentscheidung. Deshalb werden die kostengünstigsten Zutaten aus der ganzen Welt importiert.“

„Qualität“ der Zutaten

Die Pizza, die zuhause auf dem Teller dampft, hat dann oft schon an die 20.000 Transportkilometer auf dem Buckel – nur für ihre Zutaten. Deren Qualität spielt hier obendrein keine große Rolle: Ob diese aus industrialisierter Landwirtschaft kommen, mit Pestiziden behandelt wurden oder ob bei ihrer Herstellung faire Arbeitsbedingungen herrschten, ist (meist) kein Einkaufskriterium.

Rechnet man zu den langen Transportwegen die industrielle Fertigung, das Schockfgefrieren der halbfertigen Teigware und die anschließende Kühllogistik bis zu den Supermärkten dazu, sieht die Kohlendioxidbilanz für diesen Supermarktklassiker gar nicht gut aus.“

Schonen wir also die Umwelt: Selbst Pizza machen!

Die Lösung ist ganz einfach: Selber machen, das macht auch Spaß! Hier das Rezept von Bertl:

Zutaten (für 2 Bleche)

  • TEIG
    500g Mehl, 3 TL Salz, 1 Packung Trockengerm oder ½ Würfel Frischgerm, 2 EL Öl, 250ml warmes Wasser.
  • BELAG
    Passierte Tomaten, Knoblauch, frische Kräuter. Mozarella fein aufgeschnitten – und was sonst noch drauf soll 😉

Zubereitung:

Das Wasser in einer Schüssel mit der Hefe gut verrühren. Salz und Öl unters Mehl heben, dann die Hefe-Wassermischung dazu geben und gut verkneten bis der Teig glatt und geschmeidig ist. Den fertigen Teig zudecken und für ca. 1 Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen – dadurch verdoppelt er sein Volumen.

Nun den Pizzateig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Tomatensauce darauf verteilen und nach Belieben mit allem belegen, was schmeckt. Anschließend die Pizza im vorgeheizten Ofen bei 230 Grad ca. 15 Minuten backen bis die Ränder leicht bräunlich sind.

 

Eine Antwort schreiben