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Gemeinschaftsfeld

Gemüse anbauen geht ganz einfach: gemeinsam!

Du hast wenig Ahnung vom Gärtnern, möchtest aber doch selbst angebautes Gemüse kochen? Dank der Tiroler Gemeinschaftsgärten geht das recht einfach: Der Fachmann pflanzt, du gießt, jätest – und ERNTEST. Sogar die Gießkanne ist schon vor Ort…

Im Mai 2015 wird das Gemeinschaftsfeld in Neu-Rum Innsbruck an die Hobby-Gemüsegärtner – oder jene, die es werden wollen – übergeben. Denn die Alternative zu Schrebergarten pachten und Landwirtschaftskurs lautet: Gemeinschaftsgarten!

Wie geht das und was wird angebaut?
Der Bauer hat das Feld im März und April berabeitet und bis Anfang Mai ca. 25 verschiedene Gemüsesorten eingesät; die Grunddüngung erfolgte mit Bio-Kompost. Nun werden die die einzelnen fertig bestellten Gemüsegartenparzellen an die Neo-Gärtner und Selbstversorger übergeben.
Das erste Gemeinschaftsfeld von Bertl Schwans „Tiroler Gemeinschaftsgarten“ liegt in der Rumer Au, einem ehemaligen Schwemmland des Inns. Der Boden ist leicht (sandig) und daher gut zu bearbeiten und wurde auch in den letzten Jahren für den Anbau von Gemüse genutzt.

Feldausschnitt Neu-Rum

Überschaubarer Aufwand
Wichtig ist Berthold Schwan, dass sich der Anbau für fast Jede/n machen lässt: „Ein bis zwei Stunden in der Woche sind notwendig, um die Parzelle zu pflegen und zu beernten.“ Entscheidend sind dabei neben der intensiveren Pflege zu Beginn der ersten Wachstumsphase, in der das Beikraut (Unkraut) entfernt werden muss, eine gewisse Regelmäßigkeit mit 1-2 Besuchen pro Woche zum Gießen und Ernten.
Logisch kann der Zeitaufwand kann je nach Witterung variieren und bei Trockenheit häufigeres Gießen notwendig machen. Dabei könnten sich auch Parzellennachbarn gegenseitig abwechseln… Und dann gilt es noch die Ernte rechtzeitig einzubringen 🙂

Die Idee dahinter: Sich selbst versorgen
Wenn im Haushalt viel selbst gekocht wird, reicht Ertrag einer Parzelle für einen ca. drei Personen-Haushalt. Es können sich auch Einzelpersonen gerne zusammenschließen – so schon geschehen auf Parzelle 7, die von mehreren Singles bewirtschaftet werden wird.

Welches Gemüse wächst dort?
Ca. 25 verschiedene Gemüsearten werden vom Bauern bereits gepflanzt: Frühkartoffeln, Spätkartoffeln, Karotten, Kürbis, Gurke, Zucchini, verschiedene Bohnensorten, Sellerie, Porree, Mangold, Kohlgemüse: Kraut, Karfiol, Brokkoli, Kohlrabi, Rohnen, Fenchel, Spinat, Radieschen, Kresse, verschiedene Salate, Steckzwiebeln.

Ökologisches Saat- und Pflanzgut
Zusätzlich zu den bepflanzten Reihen gibt es auch auf jeder einzelnen Parzelle freien Platz zum Ausprobieren – Bedingung ist die Verwendung von ökologischen Saat- und Pflanzgut. Zudem kann der Platz durch abgeerntetes Gemüse verwendet werden, um erneut etwas anzupflanzen. Einige erfahrene Gärtner nutzen auch dort, wo niedrige Kulturen (z.B. Radieschen) stehen, den Platz für eine zusätzliche Reihe in der Mitte.

Die Idee hinter der Idee: Unabhängigkeit
Berthold ist überzeugt, dass wir in unserem Kulturkreis etwas verloren bzw. verlernt haben, das seit tausenden Jahren funktioniert hat: Nämlich die Fähigkeit, der Menschen sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Diese Mühe haben uns Konzerne bzw. Supermärkte abgenommen – wir können Waren einfach aus dem Regal nehmen. Was aber, wenn es diese Art der Versorgung morgen nicht mehr gäbe?

Transparente eigene Erzeugung
Lebensmittelskandale machen uns – zumindest zeitweilig – immer wieder darauf aufmerksam:
• Ob BSE oder Pferdefleisch in der Lasagne, Gammel- oder Antibiotika-Schweinefleisch,
• oder „regionale“ Frischware wie zB Karotten, die etliche Länder durchquerten bis sie vom Billig-Anbauland bei uns beispielsweise in ein Sackerl mit dem Aufdruck „Bauer G. aus Thaur“ gefüllt wurden.

Leider ist Ehrlichkeit keine Währung, die in der Lebensmittelindustrie bzw. dem Lebensmitteleinzelhandel zählt. Ein guter und dank der Hilfestellung des Fachmanns auch für Jedermann/Jederfrau machbarer Weg für mehr Transparenz ist der eigene Anbau auf einem Gemeinschaftsfeld.

Die Hobby-Gärtner freuen sich auf viele schmackhafte Belohnungen und das gemeinsame Gärtnern! Bist du dabei? Die Größe einer Gartenparzelle beträgt über 50 m² und kostet 150,- € im Jahr.
Hier kannst du deine Parzelle auf dem ersten Feld von „Tiroler Gemeinschaftsgarten“ pachten. 

Bilder: www.gemeinschaftsgarten.eu

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