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Bücherschrank voller Überraschungen

Wozu einen öffentlicher Bücherschrank – und wie kommen die Überraschungen hinein? Im Oktober blickt die Gemeinde Pill auf ein Jahr des Bücher-Projekts zurück. Initiatorin Michaela Brötz gibt Hinweise, was zu beachten ist.

Ein Regal zu kaufen und Bücher zu finden war nicht schwer…
Gefördert von der ARA durch das Projekt reinwerfen.at hat sich Michaela im Oktober 2014 einen kleinen Wunsch erfüllt und – öffentlich – einen Bücherschrank aufgestellt. Nach dem Gespräch mit der Gemeinde leistete ein ein Schild erste Schützenhilfe, um auf das Regal mit den Bücherschätzen aufmerksam zu machen…

Schild_PillerBuecherschrank_web

Nun wurden gebrauchte Bücher gesammelt, irgendwie hat fast Jeder welche: Michaela hatte welche, eine Schachtel kam von der Bibliothek im Nachbarort und eine Kiste aus dem Ort. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Etwas Bewerbung musste her…
Michaela organisierte einen Bericht im Gemeindeblatt (auch online), informierte via Facebook und es gab sogar eine kleinen Eröffnungsfeier mit der Volksschule – von der auch das Bild des Artikels stammt.

Durch Schützenhilfe Viktoria von den Grünen und durch die Einrichtung eines offiziellen
Book Crossing Point etablierte sich das Angebot des „offenen Bücherschranks“ dann Schritt für Schritt.

Rückblick auf ein Jahr öffentlicher Bücherschrank
Michaela erzählt: „Es ist eine Freude, denn es läuft wunderbar. Alle paar Wochen trage ich Gelesenens oder Gefundenes zum Schrank, auch um ihn wieder ein bissl einzuräumen. Und immer wieder steht neues Lesematerial im Schrank. Heuer konnte ich mich für den Urlaub aus dem Schrank voll eindecken mit Krimis und auch höher stehenderer Literatur!“

Bunt und gut durchgemischt
Von entspannenden Büchern, Liebeskitsch über Geschichtliches bis hin zum Krimi lässt sich immer etwas Neues entdecken. Auch „Literatur“ ist dabei – Steinbeck, Sagan, Camus und auch mal ein Hesse. Selten noch verirren sich Sachbuchjuwelen in den Schrank, aber schon viele Kinderbücher.

Das Besondere – und besonders angenehm…
Die Bestückung ändert sich immer wieder, wodurch man „automatisch“ mit frischem Lesestoff versorgt wird.

Wichtig: Bekanntmachen, zentral und immer zugänglich aufstellen!
Durch den prominenten Platz direkt am Dorfplatz ist eine gute Fluktuation gegeben und der Schrank ist mittlerweile vielen bekannt – das sind die Voraussetzungen, damit es „von selber“ laufen kann. In Pill hat sich so der Schrank zu einer sinnvollen Aktion mit wenig Aufwand – aber vielen Buch-Nutzern entwickelt.

Gleichzeitig ist der Papier-Buchmüll im Altpapiercontainer weit weniger geworden – warum auch, sie haben im Regal einen besseren Platz.

Eine Schrecksekunde – und ein doppeltes Aha
Als Michaela kurz vor ihrem Urlaub Bücher aus dem Regal holen wollte, war der Schrank leergeräumt. Kein einziges Buch drinnen! Ein Schreck und sofort ein Verdacht: Das Zeltfest vom vorigen Wochenende…

Und genau so war es, aber doch anders  (Aha1): Denn die örtliche Feuerwehr hat mitgedacht und die Bücher vorsorglich vorab in Sicherheit gebracht, damit etwaige „kreative Buchentleihungen unter Alkoholeinfluss“ von vorneherein vereitelt wurden…

Darüber lohnt es sich kurz nachzudenken: Im Regal befinden sich eigentlich nur Bücher, die ohne diese Aktion wohl schon am Papiermüll liegen würden. Also bekommen (alte, gebrauchte) Dinge durch eine zweite Chance auch wieder einen anderen Wert zugesprochen.
Aha2: Wenn man sie ordentlich präsentiert, erhalten sie wieder Wertschätzung – und werden sogar „gerettet“!

Schönes Projekt – man lernt und liest nie aus…

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